Saturday, June 29, 2013
Louisa kauft Schmuck
Schwarze Tische und schwarze Stühle. Schwarze Brille und schwarzer Mantel. Seine Haare teils rasiert, der Rest mit Gel gezähmt. Sie nennt ihn Kronprinz. Davon weiß er nichts. Sie sitzt auf der Gartenmauer und wartet. Lange Zeit und weiß nicht wie das Auto aussieht auf das sie wartet. Im Brief stehen zu viele Worte. Die Zeilen schlängeln sich endlos dahin. Phrasen, Zitate, Händeschütteln, Kaffee trinken, Brille in den Haaren, Zigarette in der Hand, Kamera in der Tasche. Die hat er vom Flohmarkt. Sie reist gerne alleine und trifft Menschen die sie nicht kennt. Weil sie dann sein kann wer sie will. Sie definiert ihre Rolle immer neu. Ihr Name ist Louisa oder auch Lou. Sie ist kein Schubladenkind. Schlüssel für Schubladen? Sinnlos. Sie ist wie eine Schale, jeden Tag neu befüllbar. Wie beim Kuchen backen. Jeden Tag neue Zutaten die ihre Persönlichkeit definieren. Louisa bleibt ein Rätsel, dass sie selbst nicht lösen kann. Neue Reise, neue Menschen. Neuer Name, neue Persönlichkeit. Sie träumt am Tag und setzt alles um. So gut es eben geht. Sie lebt fern ab von der Realität. Sie sitzt stundenlang im Cafe, schreibt von Hand. Was sie schreibt, weiß kein Mensch. Der Kellner bringt ihr Cappuccino, ohne zu fragen. Er kennt sie, aber nur ein wenig. Auf Flohmärkten kauft sie alten Schmuck. Das gibt ihr ein Gefühl ihre tote Oma zurückzuhaben. Die Oma die immer Schmuck getragen hat. Perlenkette und Perlenohrenringe. Goldkette und Goldring. Die Oma die Suppe macht, die Oma die Kuchen backt. Die Oma die draußen auf dem Balkon heimlich Zigaretten geraucht hat. Louisa hat sie manchmal beobachtet, heimlich. Die Oma hat es nie bemerkt. Sie sah nur die Zigarettenstummel die die Oma in der braunen Blumenkiste vergraben hatte. Die Oma verwendete altmodische Küchenschürzen, blau kariert. Erst als sie älter wurde, zog sie die nicht mehr an. Vielleicht weil sie dann eine geübte Köchin war? Die Oma war immer in der Küche, am Kaffee kochen oder Kaffee trinken oder Kuchen backen. Bügeln und saugen. Die Ideale der perfekten Hausfrau gelebt. Louisa ist nicht wie die Oma. Eigentlich kein bisschen aber wenn sie sich den Schmuck umhängt, hat sie das Gefühl, dass die Oma wieder da ist. Die Oma hat Louisa immer Lou genannt. Louisa kratzt den Nagellack von ihren Nägeln. Das macht sie ständig, starrt dabei Löcher in die Luft. Sie bildet sich ein, Blasen im Wasserglas zu sehen. Sie entdeckt Staub unter dem Schrank, ein Windhauch vom Fenster und der Staub tanzt im Rhythmus der Musik. Die Musik spielt nur in ihrem Kopf. Draußen hört sie dann den Wind. Wenn es zu still wird, schreit Lou.
Sunday, May 19, 2013
Busfahren
Die lustigsten Menschen trifft man im Bus oder in der Bahn. Vielleicht weil man da Zeit hat Menschen zu beobachten. Ich sitze im Bus von Dornbirn nach Hohenems. Endlich habe ich Feierabend. Ich bin müde und beobachte Menschen, eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Eine Frau steigt ein. Sie stampft durch die Reihen und lässt sich schwerfällig auf einen freien Sitz fallen. Sie bemerkt nicht, dass ihr Nachbar sich zurückzieht weil sie so viel Platz braucht. Sie führt Selbstgespräche. Ihre Handtasche hat sie neben sich platziert und grabscht nach ihrem Handy, hält es an ihr Ohr. "Der Bus ist mir gerade vor der Nase davon gefahren also musste ich warten bis der nächste kam. Kannst du dir das vorstellen? Und draußen ist es kalt. Schnee und das kurz vor Ostern. Das ist echt das letzte." Sie spricht viel zu laut und der Mann neben ihr vergräbt sein Gesicht in seiner Hand. Er sieht müde aus. "Inge, die Kassaabrechnung...nichts hat geklappt heute. Wir hätten heute 765 Kunden haben sollen. Wie das wusstest du nicht? Das hat der Chef doch die ganze Zeit gesagt. Das war das Ziel für heute. Aber egal das haben wir eh nicht geschafft. Ich hab mehr Kaffee verkauft als Kuchen..... Erdbeerschnitten? Vier hab ich verkauft von denen. Also Brot ging super. Vom Kastenbrot blieb gar nichts mehr übrig... Ja, sie hat alles geputzt nur die Geschirrspülmaschine nicht. Soll ich ihr morgen zeigen wie man die putzen muss? Achso das macht die Maria am Samstag? Okay - nein, überhaupt kein Problem. Ich mein ich hätte es ihr schon gezeigt aber wenn das so ist. Okay, ich muss jetzt aussteigen. Mir reichts für heute. Also, wir sehen uns morgen, okay? Also, machs gut."
Der Mann neben ihr atmet auf. Ich bin froh ihre Stimme nicht mehr hören zu müssen. Sie erhebt sich schwerfällig, stampft elefantenartig bis zur Türe und ist dann endlich weg. Wahrscheinlich geht sie heim und beschwert sich dort weiter bei ihrem Mann über den Schnee, ihre Arbeit, ihre Arbeitskolleginnen und überhaupt über ihr Leben. Und ihr Mann wird ihr vielleicht zuhören oder auch nicht.
Neuer Tag, neue Busfahrt.
Der Busfahrer hört Radio Vorarlberg. Ein Oldie tscheppert aus dem Radio. Der Sänger singt "oh cherie, oh cherie". Ein Mann um die 60 sitzt ein paar Reihen vor mir. Er hat nicht mehr viele Haare auf dem Kopf. Die paar weißen die noch übrig sind sehen aus wie der Kranz von Cäsar. Er ist übergewichtig und sein Kopf wirkt von hinten riesig. Ich kann seine Nackenfalte sehen, groß und fleischfarben. Eine riesige Hautfalte. Mit seiner Hand tippt er am Fenster zur Musik. "Amore cosi, amore si... ", tönt aus den Lautsprechern. Sogar das junge Mädchen vor mir wippt mit dem Fuß und im Spiegel kann ich sehen wie der Busfahrer mit seinem Kopf vor sich hin nickt. Die Falte vom alten Mann ist rot. Es fällt ihm schwer aufzustehen und als er rausgeht verabschiedet er sich überraschend vom Busfharer. Seine Stimme brummt wie die Stimme eines Bären. Er geht zielstrebig zur Trafik an der Ecke. Ich frage mich wie viele Zigaretten er am Tag raucht und ob er jeden Tag mit diesem Bus fährt. Ich blicke ihm nach, wir fahren weiter.
Der Mann neben ihr atmet auf. Ich bin froh ihre Stimme nicht mehr hören zu müssen. Sie erhebt sich schwerfällig, stampft elefantenartig bis zur Türe und ist dann endlich weg. Wahrscheinlich geht sie heim und beschwert sich dort weiter bei ihrem Mann über den Schnee, ihre Arbeit, ihre Arbeitskolleginnen und überhaupt über ihr Leben. Und ihr Mann wird ihr vielleicht zuhören oder auch nicht.
Neuer Tag, neue Busfahrt.
Der Busfahrer hört Radio Vorarlberg. Ein Oldie tscheppert aus dem Radio. Der Sänger singt "oh cherie, oh cherie". Ein Mann um die 60 sitzt ein paar Reihen vor mir. Er hat nicht mehr viele Haare auf dem Kopf. Die paar weißen die noch übrig sind sehen aus wie der Kranz von Cäsar. Er ist übergewichtig und sein Kopf wirkt von hinten riesig. Ich kann seine Nackenfalte sehen, groß und fleischfarben. Eine riesige Hautfalte. Mit seiner Hand tippt er am Fenster zur Musik. "Amore cosi, amore si... ", tönt aus den Lautsprechern. Sogar das junge Mädchen vor mir wippt mit dem Fuß und im Spiegel kann ich sehen wie der Busfahrer mit seinem Kopf vor sich hin nickt. Die Falte vom alten Mann ist rot. Es fällt ihm schwer aufzustehen und als er rausgeht verabschiedet er sich überraschend vom Busfharer. Seine Stimme brummt wie die Stimme eines Bären. Er geht zielstrebig zur Trafik an der Ecke. Ich frage mich wie viele Zigaretten er am Tag raucht und ob er jeden Tag mit diesem Bus fährt. Ich blicke ihm nach, wir fahren weiter.
Wednesday, March 27, 2013
Busfahren
Die lustigsten Menschen trifft man im Bus oder in der Bahn. Vielleicht weil man da einfach Zeit hat um Menschen zu beobachten. Ich sitze im Bus von Dornbirn nach Hohenems. Endlich habe ich Feierabend. Ich bin müde und beobachte Menschen, eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Eine Frau steigt ein. Sie stampft durch die Reihen und lässt sich schwerfällig auf einen freien Sitz fallen. Sie bemerkt nicht, dass ihr Nachbar sich zurückzieht weil sie so viel Platz braucht. Sie spricht genervt vor sich hin und hält sich schon ihr Handy an ihr Ohr. Während des Telefonats erzählt sie von ihrem Arbeitstag. "Der Bus ist mir gerade vor der Nase davon gefahren also musste ich warten bis der kam. Kannst du dir das vorstellen? Und draußen ist es kalt. Schnee und das kurz vor Ostern. Das ist echt das letzte." Sie spricht viel zu laut und der Mann neben ihr vergräbt sein Gesicht in seiner Hand. Er sieht müde aus. "Inge, die Kassaabrechnung...nichts hat geklappt heute. Wir hätten 765 Kunden heute haben sollen. Wie das wusstest du nicht? Das hat der Chef doch die ganze Zeit gesagt. Das war das Ziel für heute. Aber egal das haben wir eh nicht geschafft. Ich hab mehr Kaffee verkauft als Kuchen..... Erdbeerschnitten? Vier hab ich verkauft von denen. Also Brot ging super vom Kastenbrot blieb gar nichts mehr übrig... Ja, sie hat alles geputzt nur die Geschirrspülmaschine nicht. Soll ich ihr morgen zeigen wie man die putzen muss? Achso das macht die Maria am Samstag? Okay - nein, überhaupt kein Problem. Ich mein ich hätte es ihr schon gezeigt aber wenn das so ist. Okay, ich muss jetzt aussteigen. Mir reichts für heute. Also, wir sehen uns morgen oder? Also, machs gut."
Mir scheint der Mann neben ihr atmet auf. Ich bin froh ihre Stimme nicht mehr hören zu müssen. Sie erhebt sich schwerfällig, stampft bis zur Türe und ist dann endlich weg. Wahrscheinlich geht sie heim und beschwert sich dort weiter bei ihrem Mann über den Schnee, ihre Arbeit, ihre Arbeitskolleginnen und überhaupt über ihr Leben. Und ihr Mann wird ihr vielleicht zuhören oder auch nicht.
Neuer Tag, neue Busfahrt.
Der Busfahrer hört Radio Vorarlberg. Ein Oldie tscheppert aus dem Radio. Der Sänger singt "oh cherie, oh cherie". Ein Mann um die 60 sitzt ein paar Reihen vor mir. Er hat nicht mehr viele Haare auf dem Kopf. Die paar weißen die noch übrig sind sehen aus wie der Kranz von Cäsar. Er ist übergewichtig und sein Kopf wirkt von hinten riesig. Ich kann sehen wie er im Nacken eine große Falte hat. Eine riesige Hautfalte. Mit seiner Hand tippt er am Fenster zur Musik. "Amore cosi, amore si... ", tönt aus den Lautsprechern. Sogar das junge Mädchen vor mir wippt mit dem Fuß und im Spiegel kann ich sehen wie der Busfahrer mit seinem Kopf vor sich hin nickt. Die Falte vom alten Mann ist rot. Es fällt ihm schwer aufzustehen und als er rausgeht verabschiedet er sich überraschend vom Busfharer. Seine Stimme brummt wie die Stimme eines Bären. Er geht zielstrebig zur Trafik an der Ecke. Ich frage mich wie viele Zigaretten er am Tag raucht und ob er jeden Tag mit diesem Bus fährt.
Mir scheint der Mann neben ihr atmet auf. Ich bin froh ihre Stimme nicht mehr hören zu müssen. Sie erhebt sich schwerfällig, stampft bis zur Türe und ist dann endlich weg. Wahrscheinlich geht sie heim und beschwert sich dort weiter bei ihrem Mann über den Schnee, ihre Arbeit, ihre Arbeitskolleginnen und überhaupt über ihr Leben. Und ihr Mann wird ihr vielleicht zuhören oder auch nicht.
Neuer Tag, neue Busfahrt.
Der Busfahrer hört Radio Vorarlberg. Ein Oldie tscheppert aus dem Radio. Der Sänger singt "oh cherie, oh cherie". Ein Mann um die 60 sitzt ein paar Reihen vor mir. Er hat nicht mehr viele Haare auf dem Kopf. Die paar weißen die noch übrig sind sehen aus wie der Kranz von Cäsar. Er ist übergewichtig und sein Kopf wirkt von hinten riesig. Ich kann sehen wie er im Nacken eine große Falte hat. Eine riesige Hautfalte. Mit seiner Hand tippt er am Fenster zur Musik. "Amore cosi, amore si... ", tönt aus den Lautsprechern. Sogar das junge Mädchen vor mir wippt mit dem Fuß und im Spiegel kann ich sehen wie der Busfahrer mit seinem Kopf vor sich hin nickt. Die Falte vom alten Mann ist rot. Es fällt ihm schwer aufzustehen und als er rausgeht verabschiedet er sich überraschend vom Busfharer. Seine Stimme brummt wie die Stimme eines Bären. Er geht zielstrebig zur Trafik an der Ecke. Ich frage mich wie viele Zigaretten er am Tag raucht und ob er jeden Tag mit diesem Bus fährt.
Tuesday, March 26, 2013
Tränenmeer
In ihrem Tränenmeer ist sie Kapitän. Sie liegt in der Badewanne im dunklen Raum, dunkel wie die Nacht, nur ein paar Kerzen spenden Licht. Eigentlich hätte sie sich die Kerzen sparen können. Sie hätte hier in dieser puren Dunkelheit im Wasser liegen sollen. Sie segelt durch ihr Tränenmeer. Es ist viel zu heiß, das Wasser ist zu heiß, ihr ist heiß und sie schwitzt. Sie fragt sich was es bringt in heißem Badwasser zu sitzen, den Raum zu heizen und dann schwitzend in der Wanne zu sitzen. Egal. Sie hinterfrägt schon längst nicht mehr alles und nimmt einen Schluck Sekt. Man gönnt sich ja sonst nichts. Schließlich hat sie endlich Feierabend. Der Kapitän steuert geradeaus, durchbricht das Tränenmeer und schließt die Augen. Die Tränen rinnen weiter, die Backen hinunter, über die Narbe die quer über ihre rechte Wange verläuft . Eine hässliche Erinnerung die nie weggehen wird, die sie nie vergessen lässt. Die Tränne rinnt über ihr Kinn, den Hals hinunter bis sie endgültig im Tränenmeer versinkt. Von dort kann sie nicht mehr entschwinden. Der Sekt sprudelt aus ihrem Mund, den Hals entlang und gesellt sich zum Tränenmeer. Sekt und Tränen teilen sich die Badewanne.
Der Schal
Wir sitzen in einer dunklen Bar. Der Barkeeper verwendet noch CDs und ich fühle mich hier wohl. Es ist wie zu Hause nur viel besser weil ich Menschen beobachten kann. Die Frau bestellt ein Bier nach dem anderen. Ihre Sitznachbarin rückt ihren Barhocker näher zu der Bar und surft im Internet. Mit ihrem rechten Ellbogen stützt sie sich auf die Tischplatte. Zwischen ihren Fingern hält sie eine Zigarette. Wie sie so dasitzt sieht sie elegant aus. Wir stehen auf der Treppe und geben dem Barkeeper ein Zeichen. Er spielt die Musik ab. Wie es halt so ist wenn jemand wieder älter wird. Für ihn ist das alles nichts mehr Neues. Feuerzeug an, Kerzen anzünden, Torte tragen - tata- wie erwartet. Alles Gute und so. Wer isst ein Stück vom Kuchen? Niemand isst Kuchen und wir brauchen keine Teller. Wir trinken Sekt. Nur er nicht, er sitzt an unserem Holztisch und bestellt sich einen Weiß Sauer nach dem anderen. Der Rauch wird unerträglich. Mir tränen die Augen. Ich stell mir vor, dass die Tränen ins Tränenmeer fließen. Wie sieht ein Tränenmeer aus? Wie ein richtiges Meer nur traurig? Wie ist ein trauriges Meer? Ist es düster, hat es Farben? Was für eine Farbe haben Tränen? Ein durchsichtiges Tränenmeer oder ein blutrotes Tränenmeer. Ich kann mich nicht entscheiden. Für einen kurzen Moment hab ich die Kontrolle über mich verloren. Ich bin alleine auf der Toilette. Die ist hässlich, aber wer erwartet in so einer Bar schon eine schöne Toilette. Ich lese die Notizen die viele Frauen vor mir auf die Türe geschrieben haben. Ich trockne meine Tränen mit meinem Schal. Mein Schal ist multifunktional einsetzbar. Ich kehre an den Tisch zurück und lasse mir nichts anmerken. Schluck für Schluck lässt mich vergessen, dass der Mann und ich nicht füreinander bestimmt sind. Ich kuschle mich in meinen Schal. Mein Schal soll mich alles vergessen lassen. Mein Schal ist Trostspender, Wärmespender, Glücksspender, mein Schal ist mein Wegbegleiter. Jeder Schal hat seine Geschichte, jeder begleitet mich ein Stück des Weges ohne zu wissen wie die Geschichte enden wird. Der Schal spendet Schutz. Schutz davor zu viel Preis zu geben. Der Schal kann nicht weg. Er muss mich beschützen. Es ist seine Aufgabe. Der Mann macht mich rasend. Er ist heute abend der beste Gast. Der Barkeeper setzt sich neben ihn und unterhaltet sich gut mit ihm. Ich kann nicht mehr. Ich muss los. Ich springe auf, der Stuhl fällt zu Boden aber der Schal, der bleibt. Er klammert sich an meinen Hals. Der Schal würde mich nie verlassen. Ich verlasse das Lokal aber ich bin nicht alleine denn mein Schal ist bei mir.
Thursday, January 31, 2013
Holzsteg Zigaretten Blues
Ich sitze neben ihm auf dem Holzsteg, vor uns liegt ein wunderschöner See. Eigentlich würde ich gerne seine Hand nehmen, aber ich zögere. Seine Gedanken sind schwer zu lesen. Ich würde so gerne wissen was er von mir denkt.Es macht mich wahnsinnig ihn nicht einmal ansatzweise zu durchschauen. Ich sehne mich seit Wochen nach ihm und nun sitzen wir nebeneinander und wissen nicht was wir reden sollen.
Meine lockigen, roten Haare wehen im Wind. Ich streife mir ein paar Locken aus dem Gesicht, blicke ihn von der Seite an aber er reagiert nicht. Sein Blick schweift in die Ferne, er scheint nur körperlich anwesend zu sein.
Sieht er mich nicht? Ich brauche ihn! Tief in mir kann ich mein Herz schreien hören, aber es bleibt mir in der Kehle stecken. Ich bekomme keinen Ton raus.
Seine Füße berühren das Wasser, zuerst nur sein großer Zeh, dann folgt der ganze Fuß, abwechselnd streift er mit den Füßen das Wasser. Mit seinen Händen stützt er sich auf dem Steg ab, lehnt sich nach hinten und blickt in den Himmel. Ein wolkenloser Himmel blickt ihm entgegen, die Sonne steht schon etwas tief. Ein hellblau angestrichenes Boot fährt vorbei, ein Fischer winkt herüber. Ich winke ihm zurück, versuche zu lächeln. Ich seufze weil ich nicht weiß was ich sagen soll. Würde ich jetzt was sagen würde ich die Stimmung zerstören? Wieso sind wir überhaupt an diesem Ort, frage ich mich.
Mein Kopf spielt verrückt, stellt viele Fragen und weiß keine Antworten. Meine Hand hebt sich kurz, kehrt aber schnell wieder an ihren ursprünglichen Platz zurück. Ich beobachte seine Füße, die Maserung des Holzes auf dem wir sitzen, meine braungebrannten Beine, das kleine Herz das ich mir letzten Sommer auf meinen kleinen, rechten Finger tätowiert hatte.
Je mehr ich überlege umso weniger komme ich zu einem Schluss.
"Tobias?"
Er zuckt kurz zusammen, dreht seinen Kopf und blickt mir direkt in die Augen. Seine grünen Augen lassen alle meine Gedanken verfliegen. Ich kann an nicht anderes mehr denken.
"Hast du ne Zigarette für mich?"
Er nickt. Sucht seine Hosentaschen ab. Holt die Packung raus und reicht mir eine Zigarette. Ich stecke sie mir in den Mund, er zündet sie mir an. Zigarettenluft verdrängt Sonnencremeduft.
Meine lockigen, roten Haare wehen im Wind. Ich streife mir ein paar Locken aus dem Gesicht, blicke ihn von der Seite an aber er reagiert nicht. Sein Blick schweift in die Ferne, er scheint nur körperlich anwesend zu sein.
Sieht er mich nicht? Ich brauche ihn! Tief in mir kann ich mein Herz schreien hören, aber es bleibt mir in der Kehle stecken. Ich bekomme keinen Ton raus.
Seine Füße berühren das Wasser, zuerst nur sein großer Zeh, dann folgt der ganze Fuß, abwechselnd streift er mit den Füßen das Wasser. Mit seinen Händen stützt er sich auf dem Steg ab, lehnt sich nach hinten und blickt in den Himmel. Ein wolkenloser Himmel blickt ihm entgegen, die Sonne steht schon etwas tief. Ein hellblau angestrichenes Boot fährt vorbei, ein Fischer winkt herüber. Ich winke ihm zurück, versuche zu lächeln. Ich seufze weil ich nicht weiß was ich sagen soll. Würde ich jetzt was sagen würde ich die Stimmung zerstören? Wieso sind wir überhaupt an diesem Ort, frage ich mich.
Mein Kopf spielt verrückt, stellt viele Fragen und weiß keine Antworten. Meine Hand hebt sich kurz, kehrt aber schnell wieder an ihren ursprünglichen Platz zurück. Ich beobachte seine Füße, die Maserung des Holzes auf dem wir sitzen, meine braungebrannten Beine, das kleine Herz das ich mir letzten Sommer auf meinen kleinen, rechten Finger tätowiert hatte.
Je mehr ich überlege umso weniger komme ich zu einem Schluss.
"Tobias?"
Er zuckt kurz zusammen, dreht seinen Kopf und blickt mir direkt in die Augen. Seine grünen Augen lassen alle meine Gedanken verfliegen. Ich kann an nicht anderes mehr denken.
"Hast du ne Zigarette für mich?"
Er nickt. Sucht seine Hosentaschen ab. Holt die Packung raus und reicht mir eine Zigarette. Ich stecke sie mir in den Mund, er zündet sie mir an. Zigarettenluft verdrängt Sonnencremeduft.
Sunday, January 13, 2013
Von Menschen die Pläne schmieden
Menschen. Sind sie nicht da fühl ich mich leer.
Wenn sie dann bleiben und mich umgeben, fühle ich mich überfordert. Ich will mich klein machen, mich verkriechen, unsichtbar machen. Es ist gar nicht so leicht das Weite zu suchen, unterzutauchen und möge es auch für eine noch so eine Zeit sein. Rechtfertigungen hier und da. Aber endlich sitze ich hier. An dem Platz an dem ich zum letzten Mal vor einem Jahr war. Nun alleine. Statt Feuer nur der Schein meiner Taschenlampe. Für die da unten bin ich nicht erkennbar. Ich sehe all die Lichter, ganz grell, verschiedenste Töne, alles Gelb und Orange. Ich höre das Rattern des Zuges, vorbeibrausende Autos. Ich sitze auf einem großen Stein, blicke auf die Feuerstelle. Wie sie jetzt da liegt, ungebraucht. Wann war er das letzte Mal wohl hier? Wie viele Menschen kennen diesen Platz überhaupt? Ich habe Angst jemand könnte diesen Platz aufsuchen, jemand könnte mich entdecken. Ich will diesen Platz niemandem zeigen, ich hüte ihn wie einen Schatz. Ich will alleine sein. Der Felsen hinter mir ist gigantisch groß, er zeigt Stärke. Ich zeige Schwäche. Ich bin weg gerannt, wie schon so oft. Ich habe Angst mich zu binden, von jemandem abhängig zu sein. Immer wieder. Der Wind bläst mir ins Gesicht, der Fels im Rücken hält mich warm. Vor mir ist der Abhang, steil. Der Weg hierher erzählt Geschichten die ich nicht lesen kann. Die Bäume und Sträucher hängen in den Hang hinunter, ihre Wurzeln sind stark. Ich kann den Abgrund zu wenig sehen, es ist zu dunkel. Vielleicht bin ich zu stark oder zu wenig verwurzelt. Oder unabhängig? Angst vor der Zukunft, die Angst vor Idealen packt mich. Angst vor diesen aufgezwungenen Mustern mit denen ich nicht kann. Ungläublich stehe ich vor vorgefertigten Plänen von denen ich keine Ahnung hatte, dass sie existieren. Ich wusste nicht, dass da wer was plant, außer ich selbst. Dass die Zukunft aus wir besteht und nicht aus ich, ist kein Zufall. Aber vielleicht bin nur ich es die damit nicht umgehen kann.
Wenn sie dann bleiben und mich umgeben, fühle ich mich überfordert. Ich will mich klein machen, mich verkriechen, unsichtbar machen. Es ist gar nicht so leicht das Weite zu suchen, unterzutauchen und möge es auch für eine noch so eine Zeit sein. Rechtfertigungen hier und da. Aber endlich sitze ich hier. An dem Platz an dem ich zum letzten Mal vor einem Jahr war. Nun alleine. Statt Feuer nur der Schein meiner Taschenlampe. Für die da unten bin ich nicht erkennbar. Ich sehe all die Lichter, ganz grell, verschiedenste Töne, alles Gelb und Orange. Ich höre das Rattern des Zuges, vorbeibrausende Autos. Ich sitze auf einem großen Stein, blicke auf die Feuerstelle. Wie sie jetzt da liegt, ungebraucht. Wann war er das letzte Mal wohl hier? Wie viele Menschen kennen diesen Platz überhaupt? Ich habe Angst jemand könnte diesen Platz aufsuchen, jemand könnte mich entdecken. Ich will diesen Platz niemandem zeigen, ich hüte ihn wie einen Schatz. Ich will alleine sein. Der Felsen hinter mir ist gigantisch groß, er zeigt Stärke. Ich zeige Schwäche. Ich bin weg gerannt, wie schon so oft. Ich habe Angst mich zu binden, von jemandem abhängig zu sein. Immer wieder. Der Wind bläst mir ins Gesicht, der Fels im Rücken hält mich warm. Vor mir ist der Abhang, steil. Der Weg hierher erzählt Geschichten die ich nicht lesen kann. Die Bäume und Sträucher hängen in den Hang hinunter, ihre Wurzeln sind stark. Ich kann den Abgrund zu wenig sehen, es ist zu dunkel. Vielleicht bin ich zu stark oder zu wenig verwurzelt. Oder unabhängig? Angst vor der Zukunft, die Angst vor Idealen packt mich. Angst vor diesen aufgezwungenen Mustern mit denen ich nicht kann. Ungläublich stehe ich vor vorgefertigten Plänen von denen ich keine Ahnung hatte, dass sie existieren. Ich wusste nicht, dass da wer was plant, außer ich selbst. Dass die Zukunft aus wir besteht und nicht aus ich, ist kein Zufall. Aber vielleicht bin nur ich es die damit nicht umgehen kann.
Thursday, January 10, 2013
Relationships
Das Wort Beziehung ist schwer, fällt schwer, liegt mir schwer auf der Zunge. Es ist viel, viel, viel. Man darf nicht auf jeden einzelnen Buchstaben achten, auch nicht auf das gesamte Wort. Wir sitzen in der Pizzeria, Pizza und Cola. Wir verzichten auf den Rotwein. Das Personal kennt ihn gut, er ist öfter hier. Obwohl nur Freund ist er immer ein Gentleman, nimmt die Jacke ab, rückt den Stuhl zurecht. Ich bin beeindruckt, er überrascht mich immer wieder. Er ist nur ein guter Freund. Wir sprechen über Beziehungen, aus gegebenem Anlass. Ich suche Rat. Er schneidet ein Stück seiner Pizza. "Orientiere dich nicht an Maßstäben anderer.", sagt er. Ich höre ihm gespannt zu. Er wirkt philosophisch wie immer wenn wir über solche Themen sprechen. In diesem Moment bin ich dankbar für jedes gesprochene Wort. Ich solle aufhören über mein Leben so zu urteilen. Ich urteile? Er schweigt. Ich urteile also. Die wahre Definition des Wortes liege alleine bei mir.
Ich also - auf der Suche nach der wahren Definition. Dafür gibt es kein Wörterbuch, kein Lexikon der Welt kann mir wohl das verraten - ich suche Erklärungen für etwas, was mir niemand erklären kann. Die Verantwortung liegt bei mir aber ich bin nicht fähig sie zu tragen. Er nimmt sein Besteck wieder in die Hände. "Iss weiter.", sage ich. "Das Essen wird kalt." Eigentlich auch nur um etwas zu sagen. Er soll weiter sprechen. Ich hänge an seinen Worten, sie sind die letzten Strohhalme an die ich mich verzweifelt klammere. Strohhalme der Hoffnung, eine Hoffnung, eine Hoffnung an etwas wovon ich nicht einmal weiß was es werden soll. Er isst weiter, hält kurz inne. Macht eine kurze Bewegung mit seiner Hand, gestikuliert. "Weißt du, wenn einer Erfahrung hat, dann ich." Er erzählt mir seine Geschichte. So viele Details die alle an mir in Lichtgeschwindigkeit vorbeirauschen, ich versuche mir alles zu merken. Er hat viel Lebenserfahrung und weiß trotzdem nicht wo er steht. Natürlich geht es dabei um eine Frau, eine die ihn schon seit vielen Jahren begleitet. Er hat Angst er könne sie an einen anderen verlieren aber er wäre ihr nie böse. Ich frage ihn wie es dann weitergehen würde. "Wie bisher auch.", sagt er. Wie kann ich mich nicht an den anderen messen? Es ist ein Vergleich dem ich zwölf Stunden am Tag ausgesetzt bin. Ob ich will oder nicht. Er sieht mir in die Augen. "Du bist in einer anderen Lebensphase", sagt er. Ich lache, spüle meine Gedanken mit Cola runter. Er spricht aus was ich schon lange denke. Das imaginäre Lexikon das mich seit Wochen bedrückt, ich stelle es zurück ins Regal. Das Wort Beziehung wird ab sofort neu definiert. Es wird ein neues Kapitel geschrieben.
Ich also - auf der Suche nach der wahren Definition. Dafür gibt es kein Wörterbuch, kein Lexikon der Welt kann mir wohl das verraten - ich suche Erklärungen für etwas, was mir niemand erklären kann. Die Verantwortung liegt bei mir aber ich bin nicht fähig sie zu tragen. Er nimmt sein Besteck wieder in die Hände. "Iss weiter.", sage ich. "Das Essen wird kalt." Eigentlich auch nur um etwas zu sagen. Er soll weiter sprechen. Ich hänge an seinen Worten, sie sind die letzten Strohhalme an die ich mich verzweifelt klammere. Strohhalme der Hoffnung, eine Hoffnung, eine Hoffnung an etwas wovon ich nicht einmal weiß was es werden soll. Er isst weiter, hält kurz inne. Macht eine kurze Bewegung mit seiner Hand, gestikuliert. "Weißt du, wenn einer Erfahrung hat, dann ich." Er erzählt mir seine Geschichte. So viele Details die alle an mir in Lichtgeschwindigkeit vorbeirauschen, ich versuche mir alles zu merken. Er hat viel Lebenserfahrung und weiß trotzdem nicht wo er steht. Natürlich geht es dabei um eine Frau, eine die ihn schon seit vielen Jahren begleitet. Er hat Angst er könne sie an einen anderen verlieren aber er wäre ihr nie böse. Ich frage ihn wie es dann weitergehen würde. "Wie bisher auch.", sagt er. Wie kann ich mich nicht an den anderen messen? Es ist ein Vergleich dem ich zwölf Stunden am Tag ausgesetzt bin. Ob ich will oder nicht. Er sieht mir in die Augen. "Du bist in einer anderen Lebensphase", sagt er. Ich lache, spüle meine Gedanken mit Cola runter. Er spricht aus was ich schon lange denke. Das imaginäre Lexikon das mich seit Wochen bedrückt, ich stelle es zurück ins Regal. Das Wort Beziehung wird ab sofort neu definiert. Es wird ein neues Kapitel geschrieben.
Sunday, January 6, 2013
Timeout
Zeit ist nur ein Wort.
Zeit ist so viel mehr.
Zeit rinnt mir durch die Hände, wie heißer Sand.
Kaum ist der Zeitpunkt da, ist er auch schon wieder verblasst.
Zeit - nicht kontrollierbar.
Versuche die Zeit einzukalkulieren und mir die Zeit einzuteilen, sie alle scheitern.
Tick, tack.
Sang-und klanglos verabschiedet sie sich, die Zeit.
Goodbye time
Zeit für ein Timeout.
Zeit ist so viel mehr.
Zeit rinnt mir durch die Hände, wie heißer Sand.
Kaum ist der Zeitpunkt da, ist er auch schon wieder verblasst.
Zeit - nicht kontrollierbar.
Versuche die Zeit einzukalkulieren und mir die Zeit einzuteilen, sie alle scheitern.
Tick, tack.
Sang-und klanglos verabschiedet sie sich, die Zeit.
Goodbye time
Zeit für ein Timeout.
Tuesday, January 1, 2013
Flaschenpost
Versuche aufzustehen, aber es will mir nicht gelingen. Die Flasche neben mir, verschlossen und verlockend. Sie verspricht Besserung oder ist noch eine negative Steigerung möglich? Wer bin ich und wo ist mein altes Ich? Meine Seele fühlt sich leer an, wie ein unbeschriebenes Blatt, kahl, blank. Auf der Suche nach dem Glück bin ich stehen geblieben. Mein Stop ist vielleicht gar nicht von kurzer Dauer. Die Blumen eines Mannes, sie kommen immer zu spät. Wofür entschuldigen wenn es doch meine Schuld ist, war, oder könnte sein?
Die Arbeit ruht, neben mir. Ich fühle mich schwach. Die Zeit rennt davon. Ich bin vielleicht eh schon zu spät dran. Vielleicht hat mich das Erwachsensein zu sehr gestresst. Der Prozess des Verdrängens wurde zu groß und hat mich schon fast überrollt.
Die Arbeit ruht, neben mir. Ich fühle mich schwach. Die Zeit rennt davon. Ich bin vielleicht eh schon zu spät dran. Vielleicht hat mich das Erwachsensein zu sehr gestresst. Der Prozess des Verdrängens wurde zu groß und hat mich schon fast überrollt.
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