Tuesday, March 26, 2013
Tränenmeer
In ihrem Tränenmeer ist sie Kapitän. Sie liegt in der Badewanne im dunklen Raum, dunkel wie die Nacht, nur ein paar Kerzen spenden Licht. Eigentlich hätte sie sich die Kerzen sparen können. Sie hätte hier in dieser puren Dunkelheit im Wasser liegen sollen. Sie segelt durch ihr Tränenmeer. Es ist viel zu heiß, das Wasser ist zu heiß, ihr ist heiß und sie schwitzt. Sie fragt sich was es bringt in heißem Badwasser zu sitzen, den Raum zu heizen und dann schwitzend in der Wanne zu sitzen. Egal. Sie hinterfrägt schon längst nicht mehr alles und nimmt einen Schluck Sekt. Man gönnt sich ja sonst nichts. Schließlich hat sie endlich Feierabend. Der Kapitän steuert geradeaus, durchbricht das Tränenmeer und schließt die Augen. Die Tränen rinnen weiter, die Backen hinunter, über die Narbe die quer über ihre rechte Wange verläuft . Eine hässliche Erinnerung die nie weggehen wird, die sie nie vergessen lässt. Die Tränne rinnt über ihr Kinn, den Hals hinunter bis sie endgültig im Tränenmeer versinkt. Von dort kann sie nicht mehr entschwinden. Der Sekt sprudelt aus ihrem Mund, den Hals entlang und gesellt sich zum Tränenmeer. Sekt und Tränen teilen sich die Badewanne.
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