Thursday, April 12, 2012

Bittersweet Love

Die Nachricht trifft mich hart. Wie ein Schlag ins Gesicht. Ich spüre förmlich meine Wangen glühen. Die Flasche gleitet mir langsam aus meiner Hand und zerschlägt auf dem Boden. Ich sehe die Glasscherben in alle Richtungen springen. Meine Augen sind geschlossen. Ich spüre die warme Hand neben mir meine linke Hand umfassen. Ich presse meine Lippen aufeinander.Beiße mit den Zähnen auf die Unterlippe. Bohre die Fingernägel in meine Handfläche um nicht weinen zu müssen. Der Schmerz ist kaum verspürbar. Die Tränen kämpfen sich durch, mein schwacher Versuch wird ignoriert.

Die Wimperntusche löst sich auf. Schwarzes Tränenmeer. "Weine nicht", sagt er. Er hat schon viele Menschen sterben gesehen. "Das Leben geht weiter.", das letzte was ich jetzt hören will. Der Tod ist etwas mit dem ich noch immer nicht umgehen kann. Das ist Afrika. Ich weiß. Ich lerne es jeden Tag kennen. Die guten wie auch die traurigen Seiten. Es ist heiß doch mir ist bitterkalt. Ich zittere. Ich schwitze aus Angst ihr in ihre schönen Augen sehen zu müsen. "Mana..." wird sie sagen. Das heißt Schwester. Sie wird nicht mehr sagen. Sie muss nicht mehr sagen denn ich kenne die Bedeutung ihrer Worte. Sie wird ab nun jeden Tag alleine aufwachen. Jeden Tag all ihre Aufgaben alleine meistern. Keine starke Schulter mehr haben an die sie sich anlehnen kann. Niemanden mit dem sie lachen und lange Gespräche abends vor ihrer kleinen Hütte führen kann. Auf den zwei Plastikstühlen die sie vor ein paar Monaten stolz gemeinsam gekauft hatten.  

Der Mann über den sie sich in der letzten Zeit so viel beklagt hatte ist in der letzten Nacht verstorben. Sie saß daneben und konnte nicht begreifen wie ihr geschah.
Der Mann der oft sein Geld nur in Alkohol investierte, der lieber lebte als zu arbeiten, der sie wahrscheinlich mit einer Jüngeren betrügte - er ist nun auf einmal nicht mehr da. Es ist als hätte es ihn niemals gegeben. Sie besitzt ein Foto von ihm und tausende Erinnerungen.

Er hat viel falsch gemacht aber er hat sie trotzdem geliebt. Sie schwärmte von anderen Männern und überlegte wie sie sich von ihrem Mann trennen könnte.

Die Natur hat ihre schrecklichste Lösung gefunden. Er ist nicht mehr. Sie zerbricht fast.

Sie ist ganz in schwarz gekleidet. Für die nächsten paar Monate so wie es ihr vorgeschrieben ist. Sie blickt mich an. Ich halte ihre Hand. Wir sagen nichts. Natürlich sagt sie 'Mana...'. Meine Mundwinkel zucken. Sie sieht es. "Nicht weinen,..", sagt sie. Wir weinen beide. Sie hält meine Hand. "Was soll ich nur machen, mana..."

Wir wischen uns die Tränen ab, nehmen tief luft und gehen nach draußen. Die Kinder dürfen nicht sehen, dass wir geweint haben. Sie kennen das Leid nur zu gut.

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